2004 – Jugendwoche in Léhon

Die zweite Jugendwoche in der Bretagne vom 15. bis zum 21. August 2004…

Im August 2003 war die erste Gruppe mit 7 Jugendlichen und 2 Betreuern für eine Woche in unsere Partnergemeinde Léhon gefahren. Da die erste Jugendwoche sich als positive Erfahrung ergab, hat sich der Partnerschaftsverein entschieden, dieses Projekt weiter zu führen. Und tatsächlich meldeten sich die  Jugendlichen von letztem Jahr wieder an und brachten noch 7 weitere Freunde im Alter von 14-17 Jahren mit. Die Gruppe war mit 7 Mädchen und 7 Jungs ausgeglichen. Betreut wurde die Gruppe von Andrée Pillon-Watterott, Georg Schmitz, Anja und Thilo Schütz. Für die Fahrt wurden zwei 9-Sitzerbusse gemietet. Auch dieses Jahr übernachteten wir in der Jugendherberge in Dinan. Zwar hatten wir letztes Jahr schon einiges erlebt und etwas Erfahrung gesammelt, aber wir waren alle gespannt. Wie die Woche abgelaufen ist, lassen wir jetzt die Jugendlichen selbst erzählen.

1. Tag (Tag der Abfahrt) – Sonntag, den 15.08.04

Wir trafen uns alle um 7 Uhr auf dem Parkplatz der Wildeckhalle. Schon beim Einladen des Gepäcks teilten sich die Mädchen und die Jungen auf die zwei Busse auf. Irgendwie schade.

Wir hatten also 11 Stunden Fahrt vor uns. Kein schöner Gedanke. Doch schon bald spielten wir Schach, lasen, hingen Bilder aus einer Zeitschrift in unserem Fahrzeug auf  oder hörten Musik. Alles gar nicht so schlimm. In Saarbrücken machten wir die erste Pause. Die nächste Pause war nur als Fahrerwechsel gedacht. Georg und Andrée mussten wechseln, genau wie Thilo und Anja. Nach einer langen Fahrt verließen wir die Autobahn und fuhren durch kleine bretonische Dörfer in Richtung Jugendherberge Dinan. Ungefähr um 18 Uhr kamen wir dort an. Als erstes verteilten wir die zwei Zimmer. Die Jungen überließen den Mädchen das Zimmer mit den Schränken und nahmen das andere mit dem Tisch. Doch so richtig begeistert waren wir noch nicht von unserer Unterkunft. Na ja, der erste Eindruck täuscht doch oft. An diesem Tag aßen wir in der Juhe zu Abend. Das war einfacher, als noch irgendwo ein Restaurant zu suchen.

Doch nach dem Essen waren wir noch lange nicht müde. Also beschlossen wir noch nach Dinan in ein Lokal zu gehen. Wir entschieden uns für einen Pub, den wir schon von letztem Jahr kannten. Natürlich waren die Betreuer auch dabei.

Später an diesem Abend gingen wir zurück zur Juhe. Auf der Strasse, die durch den Wald zur Juhe führt, stand an diesem Abend das Wasser ziemlich hoch. Der kleine Bach war durch den plötzlichen starken Regen zu einem kleinen reißenden Fluss geworden und über die Ufer getreten. Die Feuerwehr war kurz zuvor auch an der Jugendherberge gewesen um einer Familie zu helfen, die auf dem Grundstück zeltete.

An dem Abend saßen wir noch eine Weile zusammen, bis wir ins Bett gingen.
Melwin

Gruppenbild

Gruppenbild

2. Tag – Montag, den 16. August 2004

Das erste Erwachen in der Juhe. Ich hatte eigentlich ziemlich gut geschlafen. Abgesehen davon, dass ich durch das Schnarchen von einigen Teilnehmern (die nicht genannt werden wollen) öfters aufgewacht bin.

Um 8:30 Uhr gab es das typische französische Frühstück mit Baguette und salziger Butter. Danach fuhren wir zum Leclerc einkaufen, damit unsere Betreuer das Mittagessen besorgen konnten. Da wir weder Wasser noch irgendwas zu knabbern hatten, mussten aber auch wir etwas kaufen. Einige holten sich, wie letztes Jahr, einen 5-Liter-Kanister Quellwasser oder andere Getränke. Die Betreuer kauften Baguette, Rillettes, Wurst, Butter, Käse usw.  Als wir alle wieder an den Fahrzeugen versammelt waren fuhren wir zum Strand von Lancieux. Da einige von uns den Strand dort schon kannten und wussten, dass es dort einen Minigolfplatz gibt, nutzen wir diesen auch aus. Aufgeteilt in zwei Gruppen vermieden wir einen Stau auf den 16 Minibahnen. Nachdem alle fertiggespielt hatten gingen wir die Treppen runter zum Strand um zu Mittag zu essen.

Gerade als alle fertig waren fing es an zu regnen. Deshalb setzten wir uns in die Fahrzeuge und fuhren in Richtung Pleudihen. Dort gibt es ein Cidre Museum in dem wir eine Cidre-Probe bekamen. Irgendwie hat uns allen dieser Cidre nicht geschmeckt, im Gegensatz zu dem Cidre, den wir uns im Supermarkt in den nächsten Tagen kauften.

Nach dieser harten Geschmacksnervsstrapaze ging es zurück in die Juhe. Dort hatten wir ca. zweieinhalb Stunden um Musik zu hören, uns zu unterhalten oder um sich einfach auszuruhen. Um 18 Uhr fuhren wir dann zu einem Grillabend mit  französischen Jugendlichen im Léhoner Fußballheim in der Nähe der Sporthalle Clos Castel.

Vor dem Essen spielten wir zusammen Fußball. Das Ergebnis weiß ich nicht mehr so genau. Ich glaube ich habe es verdrängt…..

Nach dem Essen fuhren wir noch nach Dinan in den gleichen Pub wie gestern. Kurz vor Mitternacht ging es dann zurück in die Juhe.

Insgesamt hat mir der Tag gut gefallen.
Melwin

Minigolf

Minigolf

Andreas gegen zwei Franzosen

Andreas gegen zwei Franzosen

3. Tag – Dienstag, den 17. August 2004

Nach dem alltäglichen Trott, wie an jedem Morgen in der Dinan’chen Juhe, begaben wir uns in Richtung Mont Saint-Michel: Eine alte, bei Flut vom Festland abgeschnittene Klosteranlage, die nur über eine kleine, eigens angelegte Straße zu erreichen ist. Mit ihren hohen Mauern und Türmen sowie dem gigantischen Mittelteil, der wie eine mittelalterliche Festung aussieht, erzeugt Mont Saint-Michel einen überragenden und einschüchternden Eindruck.

Den „Berg“ durften wir auf eigene Faust erkunden, schnell haben sich Gruppen gebildet, die auch schnell ihren Platz fanden um entweder zu entspannen oder die Aussicht, von den hohen Mauern oder Türmen aus, zu genießen.

Vor dem Mont Saint-Michel

Vor dem Mont Saint-Michel

Nach einer Stunde war es dann auch schon wieder Zeit. Wir trafen uns alle vor dem Eingangstor da wir unter Zeitdruck standen, denn wir waren ja zum Strandsegeln verabredet.

Strandsegeln ist eine sehr interessante und spaßige Sache, die auf einem einfachen Prinzip aufgebaut ist. Das Gerät besteht aus einem Segel sowie einem Mast, der auf dem Karren befestigt wird. Der Karren selbst besteht aus zwei Stangen, einem Sitz und drei Rädern, der mit den Füßen gelenkt wird. Um loszufahren zieht man das Seil, das am Segelmast befestigt ist, nach unten und sobald Wind in das Segel bläst kann es auch schon losgehen. Nach kurzen Einweisungen und dem Aufbauen der Geräte konnten wir auch schon loslegen.

Wir Jungs (die Mädels haben sich nicht getraut oder hatten keine Lust) hatten leider nicht sonderlich viel Glück, da nicht durchgehend Wind da war oder nur schwach, so dass wir nicht immer Fahrt hatten, sondern auch mal für eine Weile auf der Stelle stehen blieben. Aber wenn wir mal Wind hatten, ging es richtig ab. Alles in allem war es doch eine interessante Erfahrung und eine recht lustige Sache.
Armin

Gleich geht’s los

Um 18:50 Uhr kehrten wir zur Juhe zurück, um uns für den Abend bei Dominique in Léhon vorzubereiten. Sie  veranstaltete einen Crêpes-Abend. Denn als die Léhoner Schüler in Abstatt zu Gast waren, hatte es ihr so gut gefallen, dass sie uns zu sich eingeladen hat. Dort angekommen wurden wir von ihr sehr schön empfangen. Kurz darauf kamen Joelle Sorel und die Léhoner Jugendlichen, die wir am Vorabend kennengelernt hatten. Zu Essen gab es Salate, dann Steaks und danach die Crêpes mit Marmelade und Nutella. Nach dem Essen unterhielten wir uns mit den Jugendlichen aus Léhon auf Englisch, Französisch und teils auf Deutsch. Dank Melwin war das mit dem Französisch kein Problem. Anschließend fuhr knapp die Hälfte von uns nach Dinan. Eine Stunde später wurden wir von unseren Betreuern wieder abgeholt und fuhren zur Juhe zurück. Den restlichen Abend ließen wir in Ruhe ausklingen.
Marc-André

Die Ankunft bei Dominique

Die Ankunft bei Dominique

Die Erwachsenen beim Essen

Die Erwachsenen beim Essen

4. Tag – Mittwoch, den 18. August 2004

Der Tag begann leicht bewölkt mit einigen Sonnenstrahlen. Nach der schlimmen Nacht mit Schnarch- und Pfeifgeräuschen bei den Jungs stellten wir uns der Herausforderung, die schon tausende Jahre zuvor wilde Affen vollbrachten: Das Klettern auf sehr hohe Bäumen!!!

Natürlich hatten wir Sicherheitsvorkehrungen: Elastische Seile und eng anliegende Gesäßgurte (Beckengurte).

Nach einer kurzen Einweisung der Leiter ging es schon los. Es gab sieben Bäumen, die nur darauf warteten, bestiegen zu werden. Die Bäume hatten eine Höhe von 10-18 Metern. Der Aufstieg verlief einfach, einer kletterte und der andere hat ihn dann gesichert. Doch der Abstieg bereitete vielen Probleme, da der Sicherungsknoten am Seil sich immer wieder zuzog und so musste das Abseilen immer wieder unterbrochen werden. Nach ca. drei Stunden war der letzte Baum an der Reihe, an dem ein Seil in 18 m Höhe gespannt war, welches uns wie an einer Seilbahn (ähnlich Kaudenwald) auf den Boden brachte. Nach diesem recht lustigen Morgen fuhren wir einkaufen und danach zur Juhe. Dort aßen wir zu Mittag und berieten uns, was am Nachmittag gemacht werden sollte. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass ein paar von uns in der Juhe bleiben, die anderen Boot fahren, während die Betreuer in die Stadt fuhren. Abends trafen wir uns alle dann wieder in der Juhe. Zum Abendessen fuhren wir noch einmal in die Stadt. Nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen hatten, gingen wir in einen Pub, wo wir die restliche Zeit verbrachten. Schließlich war für uns der Tag zu Ende und wir sanken alle in die wenig gemütlichen Betten der Juhe.
Michael / Thomas

Erst die Anweisungen

Erst die Anweisungen

dann das Umsetzen

dann das Umsetzen

und dann der Spaß...

und dann der Spaß…

5. Tag – Donnerstag, den 19. August 2004

Nach dem Frühstück sind wir nach Dinan auf den Markt gefahren. Nach einer ausgiebigen Shoppingtour fuhren wir zum Leclerc, um für das Mittagessen einzukaufen. In der Juhe haben wir dann zu Mittaggegessen. Nach dem Mittagessen packten wir alle unsere Badesachen für den Strand. Doch dort angekommen zogen auch schon die ersten Gewitterwolken auf, doch Georg alias Schorsch meinte, wie immer ganz gelassen, „Des zieht vorbei“. Drei mal hatte Schorsch recht, aber beim vierten Mal “zog“ es doch nicht vorbei. Deshalb packten wir schnell alle unsere Sachen zusammen und fuhren zu der nahegelegenen Kartbahn in Dinard. Einige Jungs fuhren Kart und die Mädchen schauten begeistert zu. Da wir von unserer „Kloinen“ den Supervorschlag bekamen, Hähnchen beim Leclerc zu kaufen, fuhren wir nochmals nach Léhon. Den Abend ließen wir dann in der „Auberge de Jeunesse“ in unserer „Drivers Bar“ mit: Schorsch, Andrée, Thilöö und Änschii gemütlich ausklingen.
Elena, Janine, Sina, Annalena, Tatjana

"des zieht vorbei"

„des zieht vorbei“

Kurz vor dem Start

Kurz vor dem Start

6. Tag – Freitag, den 20. August 2004

Der letzte Tag in der Juhe von Dinan begann wie jeden Morgen mit Baguette, dass wir nach dieser Woche sicherlich alle nicht mehr sehen können. Nach dem Frühstück packten die meisten von uns schon mal das wichtigste zusammen. Gegen 10:00 Uhr fuhren wir dann nach Dinan um Gavottes und Zigaretten für unsere Raucher zu kaufen und um ein Gruppenfoto zu machen. Anschließend ging es dann weiter zum Bowling-Center in einem Vorort von Dinan. Dort räumten Thilööööö und Schorsch, unsere Bowling-Kings mächtig ab. Nach zwei Runden fuhren wir dann wieder zurück zur Juhe. Dort konnten wir am letzten Nachmittag selbst entscheiden was wir tun wollten. Einige von uns wie Alex, Janine, Tati, Anna und Sina gingen auf den Fluss von Dinan Motorboot fahren. Auf dem Boot angekommen fing es auch gleich an zu regnen. Doch diesmal „zog es nicht vorbei“. Der Rest blieb in der Juhe, ging in die Stadt oder besuchte Freunde in der Umgebung. Am Abend kamen dann die jungen Franzosen. Als Sie dann am späteren Abend die „Heimreise“ antraten, gingen Marc, Janine, Elena, Sina, Tatjana, Alex und Anna in das große Zelt, dass im Garten der Juhe stand, bis auch sie müde wurden. So ließen wir alle noch den letzten Abend „ruhig“ ausklingen.

Für die wunderschöne Woche in Frankreich wollen wir uns alle recht herzlich bei Andrée, Schorsch, Thilööö und Änschii bedanken. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr.
Elena, Janine, Sina, Tatjana, Annalena

Die Betreuer vor dem Château in Dinan

Die Betreuer vor dem Château in Dinan

7. Tag – Samstag, den 21. August 2004

Am Tag der Abfahrt fuhren wir mit unseren Bussen um halb acht ab. Zuvor mussten teilweise noch die Koffer gepackt, Sachen gesucht und aufgeräumt werden. Nach dem Zimmerfegen (was ziemlich nötig war) noch ein letzter Blick in die 8ter-   Zimmer, ein letztes Mal das Treppenhaus runter und ein letzter Blick in den Speisesaal. Nachdem die Koffer und Reisetaschen in unsern Kleinbussen verstaut waren, ging’s los. Eine  fast endlose 11-Stundenfahrt, in der hauptsächlich geschlafen, Zeitschriften gelesen und die letzten Fotos gemacht wurden. Zum Glück machten wir regelmäßig Klo-, Rauch und Futterpause, sonst wären wir wahrscheinlich aus dem Auto gesprungen. Es regnete fast die ganze Zeit über, was die Laune natürlich nicht gerade hob. Als wir schließlich nach langer und anstrengender Fahrt in Abstatt an der Wildeckhalle ankamen, waren doch alle relativ froh. Unsere Eltern wurden begrüßt, gedrückt, geküsst und die Koffer und Reisetaschen zusammengesucht. Dann hieß es Abschied nehmen. Noch ein letztes Mal wurden die Betreuer Thilo, Georg, Anja und Andrée gedrückt und ihnen für die schöne Zeit gedankt. Noch einmal die anderen Jugendlichen gedrückt und ihnen ebenfalls für die schöne Zeit gedankt. Und das war’s dann. Ein schöner, verregneter, aufregender, lustiger Urlaub in der Bretagne.
Katrin / Lena

Zum Schluss noch ein paar Anmerkungen der Betreuer:

Wie letztes Jahr waren unsere Jugendlichen auch dieses mal wieder eine tolle Truppe, mit der es Spaß gemacht hat, die Woche zu verbringen. Eine viel größere Gruppe von Jugendlichen sollte es allerdings nicht sein, da es doch mitunter nicht einfach ist, alle „unter einen Hut“ zu bringen was die Unternehmungen anbetrifft.

Obwohl wir wieder neue französische Jugendliche kennengelernt haben, war die gemeinsam verbrachte Zeit doch leider immer noch zu kurz um sich besser kennen zu lernen. Das liegt zum Teil sicher auch daran, dass wir in der Hauptferienzeit in Léhon waren. Für den nächsten Besuch müssen wir sicher überlegen, ob ein anderer Termin, z. B. die Pfingstferien, besser geeignet ist.

Sehr erfreulich war das Engagement von unseren Léhonern, allen voran Dominique und Patrick zu nennen, die uns zu dem Crêpes-Abend eingeladen hatten. Aber auch Joelle Sorel hat ihren Teil zur Unterstützung bei der Organisation beigetragen. Ihnen gebührt unser Dank.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass wir mit der 2. Jugendwoche einige interessante Erfahrungen gemacht haben, die wir für die weiteren Aktivitäten in diesem Projekt sehr gut im Sinne der Jugendarbeit nutzen können.