2016 – 35. Jubiläum der Gemeindepartnerschaft

Rückblick auf  die Feierlichkeiten zum 35. Jubiläum der Gemeindepartnerschaft Abstatt-Léhon, vom 29.09. bis zum 02.10.2016, in Abstatt

Das 35-jährige Jubiläum der Gemeindepartnerschaft Abstatt-Léhon wurde turnusgemäß in Abstatt gefeiert. Die vielfältige Gestaltung der Jubiläumsfeierlichkeiten wurde dank der tatkräftigen Mithilfe von sehr vielen Helferinnen und Helfern möglich und dafür möchten wir uns  auch an dieser Stelle herzlich bedanken.

Besonders erwähnen möchten wir:

  • die Gastgeber, die unsere Léhoner Gäste herzlich empfangen und aufgenommen haben und dafür gesorgt haben, dass sich die Gäste wohlgefühlt haben und mit schönen Erinnerungen nach Léhon zurückgefahren sind
  • die Gemeindeverwaltung, die uns tatkräftig unterstützt hat
  • die Organisatoren des Festausschusses vom Partnerschaftsverein für die Planung und die Durchführung
  • Andrée Pillon-Watterott für ihren Einsatz als Übersetzerin und Dolmetscherin
  • das Hotel Hiller für die Kostenübernahme der Übernachtung der Busfahrer
  • Uli Graupner, der uns mit Rat und Tat in der Planungsphase und an unserem Galaabend zur Seite gestanden hat
  • Tobias Flaig von der Firma MEVA, der für uns die Edelstahlschilder für die Beschreibung der Weinreben anfertigte
  • die Firma art & friends für die Erstellung unserer Jubiläumsflyer und -ortseingangsschilder
  • und schließlich alle, die auf irgendeine Weise zu dem Gelingen der Feierlichkeiten beigetragen haben.

Der Rückblick auf die verschiedenen Veranstaltungen lässt erkennen, dass dieses besondere Jubiläum gebührend gefeiert wurde.

Donnerstag, den 29. September (Ein Bericht von Andreas Mistele)

Die Ankunft unserer 55 Freunde aus Léhon verzögerte sich aufgrund der Verkehrslage von 18.30 Uhr auf 20.00 Uhr. Deshalb mussten wir auch unsere Planung geringfügig ändern.  Vorgesehen war, dass die Gäste zuerst zu ihren Gastfamilien gehen bzw. ihre Hotelzimmer beziehen. Da wir rund 1 1/2 Stunden im Verzug waren, dirigierten wir den Bus mit den Gästen direkt zum Blockhaus Seeger.

Dort wurden wir mit einem Glas Sekt empfangen. Nachdem sich alle herzlich begrüßt hatten, sangen wir zu Ehren von Bürgermeister Klaus Zenth, der an diesem Tag seinen 50. Geburtstag hatte,  ein herzliches Happy Birthday.

Von unseren französischen Freunden bekam er eine standesgemäße Regenausrüstung (Regenjacke, Mütze und Gummistiefel) für den nächsten Besuch in der Bretagne überreicht.

Die Kleidungsstücke musste er natürlich auch gleich anprobieren.

Die Musikgruppe „Hot Senior Express“ schaltete sich beim Geburtstagslied für Klaus Zenth ein und spielte anschließend ein paar Lieder aus ihrem Repertoire, die für eine tolle Stimmung sorgten.

Nach den Gratulationen der anwesenden Gäste gingen wir zum gemütlichen Teil über.

Später trugen auch die Léhoner Gäste zur musikalischen Unterhaltung bei. Guy Badoual begleitete am Akkordeon Jean-Pierre von der Gruppe „Les Gourganes“, der ein paar bretonische Lieder sang und die Gäste zum Tanzen animierte.

Da unsere Gäste bereits morgens um 04.00 Uhr losgefahren waren, hatten sie ordentlich Durst und Hunger und ließen sich nicht zwei Mal zum reichhaltigen Buffet bitten. So saßen wir anschließend noch ein paar gemütliche Stunden beieinander und tauschten die Neuigkeiten aus Abstatt und Léhon aus.

Auch bei dem Gesicht/Körper-Erkennungspiel haben alle mitgemacht und dabei viel gelacht. Der Gewinner erhielt eine aus Frankreich mitgebrachte Flasche Champagner.

41 Gäste wurden bei Gastfamilien aufgenommen und konnten direkt vom Blockhaus mit ihren Gastgebern nach Hause gehen. Die 14 Gäste, die im Hotel Hiller übernachteten, wurden auf Wunsch mit unserem Gemeindebus zum Hotel Hiller gefahren. .

Ein herzlicher Dank gilt Familie Seeger und  ihren Helfern, die uns an diesem Abend mit Speis und Trank verwöhnten und an den „Hot Senior Express“ für die musikalische Umrahmung der Begrüßung.

Freitag, den 30. September (Ein Bericht von Andreas Mistele)

Morgens um 09.45 Uhr trafen wir uns auf dem Parkplatz der Wildeckhalle zur Abfahrt nach Stuttgart zum Cannstatter Wasen.

Alle französischen Gäste waren in 5 Gruppen mit jeweils einem Gruppenführer eingeteilt. Damit keiner verloren geht, bekam jeder französische Teilnehmer ein Namensschild mit den  wichtigsten Kontakthandynummern um den Hals gehängt.

Da sich unsere Ankunft in Stuttgart aufgrund der Verkehrslage verzögerte,  wir aber angehalten waren, bis 11.00 Uhr die Tische im Fürstenbergzelt zu belegen, ließen wir den Bus gezwungenermaßen zum Aussteigen der Gäste vor dem Haupteingang zum Volksfest  anhalten. Das war aber eine ganz schlechte Idee! Sofort waren zwei Polizisten zur Stelle und forderten uns auf, sofort weiterzufahren. Wir konnten uns noch einmal schadlos aus der Affäre ziehen, wussten danach aber auch, dass aufgrund der Verhinderung von Anschlägen jegliches Anhalten von Fahrzeugen vor dem Haupteingang nicht gestattet war.
Im Festzelt angekommen, mussten wir feststellen, dass alle Eile umsonst war. Bei unserer Ankunft war das Zelt noch komplett leer. Nachdem alle einen Sitzplatz gefunden hatten, wurden Speisen und Getränke mit den Wertmarken bestellt.

Als kurz darauf auch noch die Musik  zu spielen anfing, entwickelte sich ein schöner Mittag bei dem viel gelacht, gegessen und getrunken wurde.
Wer Lust und Laune hatte, lief über das Volksfestgelände und schaute sich dort die verschiedenen Attraktionen an.
Um 15.00 Uhr trafen wir uns wieder im Zelt und gingen anschließend gemeinsam zum Bus zurück.

gruppenbild_canstatterwasen

Gruppenbild am Canstatter Wasen

Den Rest des Nachmittags und des Abends verbrachten die Gäste in den Gastfamilien.

Die Hotelgäste wurden von Bürgermeister Klaus Zenth zum Festakt anlässlich der Übergabe des Kommandowagens der Freiwilligen Feuerwehr ins Feuerwehrgerätehaus eingeladen. Sie verbrachten dort einen netten Abend und kamen so auch noch in den Genuss, das Feuerwehrgerätehaus und die verschiedenen Feuerwehrfahrzeuge anzuschauen.

Samstag, den 1. Oktober – Offizieller Empfang im Rathaus (Ein Beitrag vom Bürgermeister Klaus Zenth)

Der offizielle Festakt anlässlich der 35. Jubiläumsfeierlichkeiten der Partnerschaft Léhon  – Abstatt am Samstag, den 01. Oktober 2016 war mit über 100 Gästen sehr gut besucht. Im Sitzungssaal des Rathauses sorgte das Querflöten – Ensemble der Musikschule Schozachtal in höchster Qualität für die feierliche Umrahmung der Veranstaltung.

Nach der Einstimmung begrüßte Bürgermeister Klaus Zenth die französischen Gäste mit dem Tucholsky Zitat: „Freundschaft ist wie Heimat“. Er erinnerte an die politische Situation zu Zeiten der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde. Der Kalte Krieg war wieder aufgeflammt, gegen den Nato Doppelbeschluss wurde vielerorts demonstriert. In Frankreich war gerade Francois Mitterand zum Präsident gewählt, Helmut Schmidt war Bundeskanzler.

Zenth betonte in seiner Rede wie wichtig deutsch – französische Partnerschaften auch im historischen Zusammenhang sind. Er beschrieb mit den Worten des damaligen Abstatter Bürgermeisters Karl Friedrich Berret die erste Begegnung beider Gemeinden. Seit dieser Zeit sei eine tiefe Freundschaft mit vielen persönlichen Begegnungen entstanden.

Dass unsere Partnerschaft so lebendig und aktiv gelebt wird, wäre nicht selbstverständlich.

Er bedankte sich deshalb stellvertretend für alle, die in Vergangenheit und Gegenwart zum Gelingen der Verbindung beigetragen haben bei den 1. Vorsitzenden des Partnerschaftsvereines Joëlle Sorel und Georg Schmitz.

Der Bürgermeister aus Léhon, René Degrenne, schaute auf 35 Jahre Partnerschaft zurück und dankte allen Beteiligten, auch den Personen, die nicht mehr unter uns sind. Er erinnerte an verschiedene Aktivitäten im Rahmen der Gemeindepartnerschaft. Es fanden bereits Begegnungen im sportlichen Bereich  wie Tennis, Handball oder Fußball statt. Wichtig wären auch die Begegnungen der Schulen. Bereits 1500 Kinder hätten so die jeweilige Partnergemeinde kennengelernt. Für die Zukunft regte er einen Austausch mit Praktikanten an.

Joëlle Sorel, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereines in Léhon verwies auf die tiefen Freundschaften zwischen Abstatt und Léhon. Zur Verdeutlichung überreichte sie einen gläsernen Freundschaftsbaum als Gastgeschenk. Das wertvolle Geschenk wurde von dem  einheimischen Künstler Adrian Colin speziell entworfen.

Mit blumigen Worten umschrieb sie die Symbolik des Freundschaftsbaumes. Die Beschreibung endete mit den Worten: „ Alle Blätter, wir alle zusammen, schmücken, bilden einen wunderschönen Baum, der noch viele Jahrzehnte wachsen und Früchte bringen soll.“

„Es hat mich jedes Mal sehr berührt, wie herzlich die Emotionen bei der Ankunft und wie schmerzlich sie beim Abschied waren“, begann Georg Schmitz, der Vorsitzende des Partnerschaftsvereines in Abstatt, seine Grußworte. Er betonte wie die Begegnungen auch seine persönliche Entwicklung geprägt hätten. Er bedankte sich bei allen Beteiligten und betonte wie wichtig es für die Zukunft wäre, dass junge Leute gefunden werden, die sich so engagieren wie einst die Gründergeneration.

Als Erinnerungsgeschenk bekamen die Gäste aus Léhon drei Weinreben aus unserer Region überreicht. Der ehemalige Vorsitzende Bernd Petruschka  hatte zusammen mit der Staatlichen Wein- und Versuchsanstalt aus Weinsberg die Sorten ausgewählt, die auch in der Bretagne gut gedeihen können. Eine  neugezüchtete Rebensorte aus Acolon und Regent wurde anlässlich des 35. Jubiläums „Jumelage“ genannt. Hierfür bedanken wir uns ausdrücklich bei der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt in Weinsberg.

Die französische Seite bedankte sich neben dem Lebensbaum außerdem mit einer Skulptur des Léhoner Künstlers Benoit Mercier. Diese zeigt die beiden Burgen sowie Rälling und Eulen als Symbole beider Gemeinden. Die Mitgereiste Christine Martin  überreichte außerdem das eigene Kunstwerk der Léhoner Eule aus einem Kürbis entwickelt.

Die vier Musikerinnen der Musikschule Schozachtal sorgten dann  für einen würdigen Abschluss der gelungenen Feier.

Der Freundschaftsbaum

Der Freundschaftsbaum, Gastgeschenk der Partnergemeinde Léhon

Si ton cœur un jour se penche
sur cet arbre d’amitié
de la racine à la branche
sève et feuilles de chanter
que la vie est un échange
où il faut beaucoup donner
recevoir et partager.

Wenn dein Herz eines Tages
Diesem Freundschaftsbaum sich nähert
Von den Wurzeln bis zum Ast,
Saft und Blätter singen,
Dass das Leben ein Tausch ist
Man gibt viel, man bekommt viel.

Dieses Gedicht zum „Freundschaftsbaum“ wurde von dem französischen Dichter Paul Bergese im Auftrag von Joëlle Sorel anlässlich des 35. Jubiläums der Partnerschaft Léhon-Abstatt geschrieben.

Samstag, den 1. Oktober – Galaabend (Ein Bericht von Hannelore Oberth)

Der als Höhepunkt der Feierlichkeiten angekündigte Galaabend begann mit einem Sektempfang im Foyer des Vereinszentrums. Anschließend begaben sich die 160 Teilnehmer in den festlich geschmückten Saal des Vereinszentrums. Beeindruckend waren die beiden Fahnen, die als viele Meter lange Stoffbahnen mit akrobatischem Geschick an die Decke des Saales angebracht waren. Die beiden von der Gärtnerei Krauß zur Verfügung gestellten Lorbeerbäume gaben einen schönen Rahmen für die Bühne ab. Die Tische waren festlich gedeckt und mit Blumengestecken in deutsch- und französischen Farben dekoriert.

Auf der Bühne führten Georg Schmitz und Andrée Pillon-Watterott als gut eingespieltes Team und in charmanter Weise durch den Abend, jeder in seiner Muttersprache, so dass jeder Gast sich persönlich angesprochen fühlte.

Der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Georg Schmitz hieß alle Anwesenden herzlich willkommen und begrüßte die Ehrengäste: Herrn Bürgermeister René Degrenne mit Gattin, Herrn Bürgermeister Klaus Zenth mit Gattin, die Ehrenbürgermeister Léo Carabeux und Rüdiger Braun mit Gattin, die Präsidentin des Comité de Jumelage in Léhon Joëlle Sorel mit Gatten, die Gemeinderäte aus Léhon, die Gemeinderäte aus Abstatt.

In seiner kurzen Ansprache richtete Herr Bürgermeister Klaus Zenth ein herzliches Willkommen an alle Anwesenden, betonte seine Freude über diese 35-jährige lebendige Partnerschaft und wünschte ein fröhliches Beisammensein an diesem besonderen Abend.

Die Moderatoren kündigten das eröffnete Buffet an. Das vom Gasthaus Hiller zubereitete kalt/warme Festbuffet ließ keine Wünsche übrig. Die umfangreiche Speisekarte war beeindruckend und das Buffet war ein Genuss für Augen und Gaumen. An dieser Stelle herzlichen Dank an das Team vom Gasthof Hiller für die kulinarische Verwöhnung.

Die von den Moderatoren angekündigte Musikgruppe „City Rhythm“ begleitete und führte  uns durch den weiteren Abend. Eine bessere Wahl hätte man nicht treffen können.

Die Moderatoren und die Gruppe "City Rhythm"

Die Moderatoren und die Gruppe „City Rhythm“

Schon die Tischmusik ließ ahnen, dass diese Musiker den Galaabend sehr bereichern würden. Von den ersten Tönen an sprang der Funke zum Saal und auch umgekehrt zur Bühne über und riss keinen Moment ab. Beeindruckend war, dass die Lieder meist in ihrer Originalsprache, Deutsch, Französisch, Englisch und Italienisch vorgetragen wurden. Mit ihrem vielseitigen Repertoire reagierten Anita Vidovic, Frank Mignon und Stephan Geiger hervorragend  auf die Stimmung im Saal, so dass die Tanzfläche immer voll war. Der Madisontanz, den unsere französischen Freunde vortrefflich beherrschten und tanzten wurde zum allgemeinen Stimmungsmacher. Jede Altersstufe war auf der Tanzfläche vertreten und unter den Tischen wippten viele Füße. Erfreulich ist, dass an diesem Galaabend viele junge Leute dabei waren und den Abend sichtlich genossen. Es war auch Raum für viele gute Gespräche. An den Tischen sah man nur zufriedene Gesichter, alle genossen diesen Abend. Stimmungsvoll und einfühlsam verabschiedeten sich die Musiker nach Mitternacht.

Dieser Galaabend war tatsächlich Höhepunkt und krönender Abschluss der Feierlichkeiten zum 35-jährigen Partnerschaftsjubiläum Abstatt-Léhon.

Sonntag, den 2. Oktober – Rückfahrt der Léhoner

Nach herzlichem Abschied mit Worten voller Lob und Dank stiegen die Léhoner Gäste in den Bus und traten die lange Heimfahrt an.

Diese Jubiläumsfeier reiht sich ein in eine lange Folge von sehr gelungenen gemeinsamen Feiern  und Begegnungen, die die Partnerschaft und Freundschaft  Abstatt-Léhon immer neu beleben und festigen.