Gesundheitserziehung im Kongo

Ein Beitrag von Annette Jacob…

Maledi

Gesundheitserziehung im Kongo

Der Freundeskreis „Aktion Natürliche Medizin in den Tropen (anamed international e.V).“ mit Sitz in Winnenden fördert den internationalen Austausch der Kenntnisse über tropische Heilpflanzen zugunsten humanitärer Organisationen. Unter oftmals abenteuerlichen Bedingungen setzen sich die Mitarbeiter ein, in Seminaren vor Ort die einheimische Bevölkerung  zu schulen und aufzuklären.

Über ein solches Gesundheitsseminar berichtete kürzlich der kongolesische anamamed- Mitarbeiter Maledi Ibandas Annecy aus Kinshasa beim Freundeskreistreffen in Winnenden.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist der Kampf gegen AIDS ( französisch: la sida). Durch den andauernden Bürgerkrieg in unserem Land haben die fremden Soldaten für eine Verbreitung der Krankheit gesorgt. Aber auch traditionelle afrikanische Vorstellungen und Lebensgewohheiten fördern die Ausbreitung der Krankheit. Beispielsweise ist es üblich, dass eine Witwe den Bruder ihres verstorbenen Mannes heiratet, um versorgt zu sein.  Hat dieser Schwager dann AIDS, gibt er natürlich die Krankheit an die Frau weiter. Bei den jungen Leuten gibt es eine weit verbreitete Praxis, dass die jungen Frauen erst heiraten, wenn sie schon schwanger sind, denn damit haben sie den wichtigen Beweis ihrer eigenen Fruchtbarkeit geliefert. Das bedeutet, dass vorehelicher Verkehr auch mit verschiedenen Partnern als wünschenswert angesehen wird, bis es eben „klappt“. Unter jungen Mädchen ist außerdem die Meinung weit verbreitet, dass sexuelle Aktivitäten schöne Körperformen bewirken. Kulturelle Traditionen erhöhen also die Ausbreitung von AIDS. Deshalb ist gibt es kein Seminar ohne Sexualerziehung. Dabei laden wir Eltern und ihre Kinder gemeinsam ein, unterrichten sie aber getrennt. Im Kongo dürfen die Eltern ihre Kinder nicht aufklären, das ist ein Tabuthema. Höchstens die Großeltern können mit den Jugendlichen sprechen, aber ihr Wisssen über die AIDS-Gefahr ist doch sehr gering.

Nach den Vorträgen am Vormitag geht es nachmittags dann an die praxisorientierte Arbeit. Gegen AIDS gibt es zwar kein Heilmittel, aber wir können bei dieser Krankheit durch die Behandlung mit einem speziellen Tee das Immunsystem nachweisbar stärken und somit die Lebensqualität der Kranken verbessern und ihr Leben verlängern.  Es handlet sich dabei um einen Tee der Malariapflanze Artemisia-annua. In unseren Seminaren informieren wir über den Anbau und fördern die Anlage von Heilkräutgärten, natürlich auch mit anderen Pflanzen.

Bei der Behandlung von Malaria empfehlen wir eine Kur. An sieben Tagen hintereinander müssen die Patienten den Sud aus 5g getrockneten Teeblättern (1l) über den Tag verteilt trinken. Nach 10 Tagen war schon kein Malariaerreger mehr im Blut nachzuweisen. Da der Tee schrecklich bitter schmeckt, ist es natürlich angenehmer, ihn mit Honig zu versüßen.

Übrigens wird die Malariapfanze von Mitgliedern des Freundeskreises  anamed durch Stecklinge vermehrt und angebaut. Im Oktober 2004 war Ernte.

Weitere Informationen zum Freundeskreis anamed bei Annette Jacob, Tel. 07062/61242 oder direkt bei www.anamed.net  Tel. 07195/63697.

Es wäre sicherlich wünschenswert, wenn auch aus Kahemba jemand an so einem Seminar teilnehmen könnte. In Kinshasa wird im Juni kommenden Jahres so ein Seminar stattfinden. Die Reisemöglichkeiten sind allerdings momentan kathastrophal, sichere Wege über Land gibt es im Augenblick nicht. Wir haben  leider auch keine aktuellen Informatione über die Lage in Kahemba.

Annette Jacob